Zwei Jahre später, genau am 25.Juni 1953 begann man mit der Konstruktion eines Rahmens für die ersten eigenen „Vega“ Automobile. Der Name war ein Vorschlag des Bruders von Jean Daninos, der empfahl, nach dem FORD „Comète“ doch wieder einen Namen aus der Astronomie zu wählen.
Da in Frankreich zu dieser Zeit keine leistungsstarken Motore gebaut wurden, kaufte Jean Daninos bei CHRYSLER in den U.S.A. das beste, was man damals kriegen konnte: V8-Motore mit Leistung im Überfluss! Dass er später versuchte, eigene Motoren zu bauen, sollte dann den Untergang der Firma einleiten.
Doch zunächst ging es steil bergauf. Die in Handarbeit gefertigten Fahrzeuge verkauften sich wie von selbst. Politiker und Schauspieler (Wo ist übrigens der Unterschied?) Industrielle und Rennfahrer fuhren FACEL VEGA. So wie viele Minister und Botschafter Frankreichs, Ringo Starr von den Beatles, Ava Gardner oder Stirling Moss, der Schah von Persien oder König Hassan von Marokko, sie alle fuhren einen oder sogar mehrere Modelle der Marke, von der ein englisches Automagazin ehrfurchtsvoll behauptete, es könne sich wohl um das zweitbeste Auto der Welt handeln - natürlich nach ROLLS ROYCE.
Insgesamt produzierte man in den zehn Jahren von 1954 bis 1964 nicht mehr als 1174 Achtzylinder-Modelle. Neben dem bekannten HK 500 , welcher zunächst mit Trommelbremsen (in LKW Dimension) und später mit der ersten DUNLOP Scheibenbremse ausgerüstet wurde, gab es einige schöne Vorläufer-Modelle mit kleineren CHRYSLER Motoren, welche äußerlich ähnlich aussahen.
1962 wurde dann mit dem Facel II ein zeitlos schönes Auto präsentiert, welches auch aus einem italienischen Designstudio hätte stammen können. Beide Fahrzeuge, HK 500 und Facel II wurden mit dem 383er Motor von Chrysler bestückt, die frühen HK 500 nur hatten den 361 er , also den 5,9 l Motor, welcher häufig in der Literatur (und in den Fahrzeugpapieren) genannt wird. Die letzten Facel II waren sogar mit dem 413er Motor (entspricht 6,7 l Hubraum) bestückt. Schaltwagen kamen mit zwei Vierfachvergasern locker auf 390 SAE PS, die Automatik Fahrzeuge mit einem Vierfachvergaser immerhin noch auf 330 SAE PS. Servolenkung und elektrische Fensterheber waren ebenso vorhanden, wie eine edle Lederausstattung aus Conolly-Leder.
In der Literatur häufig als der Erfinder der Mittelkonsole genannt, stattete FACEL die Autos mit Instrumenten aus, welche ein cockpitähnliches Ambiente ausstrahlten und Anfang der sechziger Jahre ähnlich futuristisch anmuten mochten, wie in den achtziger Jahren die ersten Bordcomputer. Neben den zweitürigen Coupes gab es auch elf V8-Cabriolets vom Werk und eine viertürige Variante, den "Excellence". Dieser wurde von 1956 bis 1964 (zuletzt als Excellence 2 ohne Panaramafrontscheibe) in 152 Exemplaren mit verschiedenen Motoren gebaut.
Der Untergang der Firma FACEL wurde eingeleitet, als 1960 die kleine Facellia auf den Markt kam. Der eigene Vierzylinder Motor - ähnlich konzipiert wie bei Alfa Romeo - war nicht ausgereift und Anlass für viele Motorschäden. Nicht nur die Kosten des Motorenaustausches waren immens, auch der Ruf der Marke nahm nachhaltig Schaden. Nur so ist zu erklären, dass der neue und extravagante Facel II mit V8 Motor ebenfalls nur in 182 Exemplaren verkauft werden konnte und damit die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verstärkte.
Nachdem es die Facellia als Cabriolet, als geschlossener Zweisitzer oder als 2 + 2 Coupé zu kaufen gab, bot man mit dem Facel III eine verbesserte Version mit dem 1,8 l Volvo Motor an. Jedoch war die Firma FACEL bereits angeschlagen und auch ein gleichzeitig lancierter Facel 6 (mit dem Sechszylinder Motor des Austin Healey) brachte die Firma nicht aus den roten Zahlen. 1964 ging die Firma in Konkurs.
Nachdem die Konkursmasse der Firma lange in Paris lagerte, wurde sie Ende der siebziger Jahre zum größten Teil nach England verkauft. Von dort fanden viele Teile den Weg zurück aufs Festland, zum Beispiel auch viele technische Zeichnungen, die jetzt in Deutschland aufbewahrt werden.
In Deutschland verkaufte Auto Becker in Düsseldorf ab 1958 die Fahrzeuge, immerhin fünfzig mal den HK 500, dreizehn mal einen Facel II und vier Excellence Limousinen. Einige andere Fahrzeuge kamen auch über einen Importeur in Saarbrücken nach Deutschland.